Prepaid-Stromtarife und Prepaid-Stromzähler: Wie funktioniert Strom auf Guthaben?
Bei Prepaid-Strom bezahlst Du zuerst Guthaben und verbrauchst anschließend Strom. Dafür kann ein spezieller Prepaid-Stromzähler eingesetzt werden, der den verfügbaren Betrag beziehungsweise die daraus mögliche Stromnutzung berücksichtigt. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann die Stromversorgung unterbrochen werden, bis wieder Guthaben vorhanden ist.
Prepaid-Stromtarif und Prepaid-Stromzähler sind dabei nicht dasselbe. Der Tarif regelt Preis und Vertragsbedingungen. Der Zähler beziehungsweise das technische System sorgt dafür, dass der Strombezug an vorhandenes Guthaben gekoppelt werden kann.
Solche Angebote gibt es in Deutschland nicht flächendeckend. Sie kommen vor allem regional vor und können bei Zahlungsproblemen oder eingeschränkter Bonität interessant sein. Ein Prepaid-Tarif ist aber weder automatisch günstiger noch automatisch ein Stromvertrag ohne Schufa.
Was ist Prepaid-Strom?
Prepaid-Strom funktioniert ähnlich wie andere Guthabenmodelle: Erst steht Geld zur Verfügung, anschließend wird die Leistung genutzt. Beim Strom bedeutet das, dass Du Guthaben kaufst beziehungsweise auflädst und dieses durch Deinen laufenden Stromverbrauch nach und nach aufgebraucht wird.
Für die richtige Einordnung musst Du zwei Ebenen auseinanderhalten: den Stromtarif und die Zählertechnik.
Was bedeutet Strom auf Guthaben?
Beim Guthabenprinzip entstehen die laufenden Stromkosten nicht erst über unbezahlte Abschläge, die sich über mehrere Monate ansammeln können. Du stellst zunächst einen Geldbetrag zur Verfügung und kannst innerhalb dieses Guthabens Strom verbrauchen.
Wie genau Guthaben, Strompreis und Zähler miteinander verrechnet werden, richtet sich nach dem jeweiligen Versorger und System.
Was ist ein Prepaid-Stromtarif?
Der Prepaid-Stromtarif beschreibt die vertragliche Seite. Dort stehen zum Beispiel Arbeitspreis, Grundpreis beziehungsweise Grundgebühr, Zahlungsweise und weitere Bedingungen.
Der Begriff „Prepaid“ sagt deshalb noch nichts darüber aus, wie günstig der Strom ist. Zwei Tarife können nach demselben Guthabenprinzip funktionieren und trotzdem unterschiedliche Preise haben.
Was ist ein Prepaid-Stromzähler?
Der Prepaid-Stromzähler ist die technische beziehungsweise abrechnungsbezogene Seite des Modells. Er ermöglicht es, den Strombezug mit vorhandenem Guthaben zu verbinden und den Verbrauch entsprechend zu erfassen.
Je nach System kann Guthaben direkt am Zähler, über ein Portal, über eine App oder mit einem Code hinterlegt werden.
Warum gehören Tarif und Zähler zusammen, sind aber nicht dasselbe?
Der Tarif bestimmt, was Du für Strom bezahlst. Das Prepaid-System bestimmt, wie die Nutzung an Dein Guthaben gekoppelt wird.
Wie funktioniert ein Prepaid-Stromtarif?
Bei einem Prepaid-Stromtarif stehen die Zahlungen zeitlich vor dem entsprechenden Stromverbrauch. Dein Guthaben bildet damit den finanziellen Rahmen für die weitere Nutzung.
Du kaufst Stromguthaben im Voraus
Bevor Du weiter Strom verbrauchst, lädst Du einen gewünschten Betrag auf. Dieses Geld wird Deinem Prepaid-System zugeordnet.
Der konkrete Mindestbetrag, mögliche Zahlungswege und die Frage, ob zusätzlich feste Entgelte anfallen, hängen vom jeweiligen Angebot ab.
Das Guthaben wird Deinem System zugeordnet
Nach der Zahlung muss das Guthaben für den Strombezug verfügbar sein. Moderne Systeme können dafür Online-Portale oder Apps verwenden. Andere Lösungen arbeiten mit Schlüsselzahlen beziehungsweise Guthabencodes, die am Zähler eingegeben werden.
Deshalb solltest Du vor Vertragsabschluss prüfen, wie schnell eine Zahlung tatsächlich auf Deinem Zähler beziehungsweise in Deinem Stromkonto ankommt.
Dein Stromverbrauch reduziert das Guthaben
Während Du Strom nutzt, wird der Verbrauch über den Zähler erfasst und entsprechend dem Tarif bewertet. Dadurch sinkt das verfügbare Guthaben.
Wie lange ein bestimmter Betrag reicht, hängt damit vor allem vom Strompreis und Deinem tatsächlichen Verbrauch ab.
Du musst rechtzeitig neues Guthaben aufladen
Der wichtigste Alltagsunterschied zu einem normalen Abschlagsvertrag liegt genau hier: Du musst Dein verbleibendes Guthaben im Blick behalten.
Wird zu spät aufgeladen, kann die Versorgung unterbrochen werden. Deshalb sollte das verwendete System den aktuellen Stand möglichst verständlich anzeigen.
Gibt es bei Prepaid-Strom Arbeitspreis und Grundpreis?
Auch ein Prepaid-Stromtarif kann aus einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis pro Kilowattstunde und einem festen Grundpreis beziehungsweise einer Grundgebühr bestehen.
Das Guthaben ersetzt diese Preisbestandteile nicht. Es ändert vor allem den Zeitpunkt und die Art, wie Du für Deine Stromnutzung bezahlst.
Wie funktioniert ein Prepaid-Stromzähler?
Ein Prepaid-Stromzähler verbindet den gemessenen Stromverbrauch mit einem vorhandenen Guthaben. Dadurch kann die Stromversorgung technisch oder systemseitig davon abhängig gemacht werden, dass noch ausreichend Guthaben vorhanden ist.
Der Zähler erfasst Deinen Stromverbrauch
Wie jeder Stromzähler misst auch ein Prepaid-System die verbrauchten Kilowattstunden. Die Besonderheit liegt darin, dass zusätzlich das verfügbare Guthaben berücksichtigt wird.
Das Guthaben wird im System hinterlegt
Wie das geschieht, hängt vom Versorger ab. Einige Systeme nutzen digitale Portale. Andere erzeugen nach erfolgreicher Zahlung einen Code, der direkt am Zähler eingegeben wird.
Es gibt deshalb keinen einzigen technischen Ablauf, der für jeden Prepaid-Stromzähler in Deutschland gilt.
Wie kannst Du das Restguthaben prüfen?
Je nach Gerät und Anbieter kann der verbleibende Betrag am Display, im Kundenportal oder über eine App sichtbar sein.
Für den Alltag ist diese Information zentral. Prepaid-Strom funktioniert nur dann zuverlässig, wenn Du früh genug erkennst, wann neues Guthaben benötigt wird.
Was passiert, wenn das Guthaben leer ist?
Ist kein ausreichendes Guthaben mehr vorhanden, kann die Stromversorgung automatisch unterbrochen werden. Damit unterscheidet sich das Modell spürbar von einem gewöhnlichen Stromvertrag mit monatlichen Abschlägen.
Du bist also selbst dafür verantwortlich, den verfügbaren Betrag rechtzeitig aufzufüllen.
Wie kommt der Strom nach dem Aufladen wieder zurück?
Nach erfolgreicher Aufladung muss das Guthaben vom jeweiligen System erkannt beziehungsweise am Zähler freigeschaltet werden. Der genaue Ablauf und die Geschwindigkeit unterscheiden sich nach Anbieter und Technik.
Wie kannst Du Prepaid-Strom aufladen?
Die Aufladung ist nicht bundesweit einheitlich geregelt. Jeder Versorger kann für sein Prepaid-System eigene Zahlungs- und Übertragungswege einsetzen.
Aufladen per App oder Online-Portal
Digitale Systeme ermöglichen eine Zahlung über ein Kundenportal beziehungsweise eine App. Nach erfolgreicher Zahlung wird das Guthaben dem Prepaid-System zugeordnet oder Du erhältst weitere Informationen zur Freischaltung.
Aufladen mit einem Guthabencode
Bei anderen Lösungen erhältst Du nach der Zahlung eine Schlüsselzahl oder einen Guthabencode. Dieser wird anschließend am Stromzähler eingegeben.
Aufladen mit Chipkarte oder anderem Träger
Je nach eingesetzter Technik können auch Karten beziehungsweise andere versorgerspezifische Systeme verwendet werden. Solche Verfahren sind nicht mit jedem Prepaid-Zähler kompatibel.
Aufladung vor Ort
Einige regionale Anbieter stellen Kassenautomaten oder Kundenzentren für die Aufladung bereit. Das kann hilfreich sein, wenn eine reine Online-Zahlung nicht gewünscht oder möglich ist.
Der praktische Ablauf lässt sich auf fünf Schritte reduzieren:
- Guthaben kaufen beziehungsweise bezahlen
- Zahlung dem Prepaid-System zuordnen
- Guthaben am Zähler oder im Portal aktivieren
- Restbetrag während des Verbrauchs beobachten
- vor dem vollständigen Verbrauch erneut aufladen
Wo bekommst Du Prepaid-Strom?
Prepaid-Strom ist in Deutschland derzeit nicht flächendeckend verfügbar. Angebote finden sich vor allem regional. Deshalb hängt die Antwort stark von Deiner Lieferadresse ab.
Lokale Grundversorger sind eine wichtige Anlaufstelle
Wenn Du nach einem Prepaid-Angebot suchst, lohnt sich zuerst eine Anfrage beim örtlichen Grundversorger. Gerade dort können Guthabenmodelle im Zusammenhang mit Zahlungsproblemen oder einer drohenden Versorgungsunterbrechung angeboten werden.
Auch Stadtwerke können Prepaid-Systeme anbieten
Prepaid-Strom wird teilweise von regionalen Stadtwerken beziehungsweise Energieversorgern umgesetzt. Dabei können Tarif, Zählertechnik und Aufladeverfahren eng miteinander verbunden sein.
Regionale Angebote funktionieren unterschiedlich
Ein konkretes System in Baden-Württemberg muss deshalb nicht in Nordrhein-Westfalen oder Sachsen verfügbar sein. Auch die verwendete Technik kann sich unterscheiden.
Albwerk veröffentlicht beispielsweise weiterhin Informationen zu eigenen PrePaid-Stromzählern und Möglichkeiten zur Aufladung über Portal beziehungsweise Kassenautomat. Daraus lässt sich jedoch kein deutschlandweites Angebot ableiten.
Wie findest Du heraus, ob Prepaid-Strom bei Dir verfügbar ist?
Prüfe zunächst den örtlichen Grundversorger und regionale Stadtwerke. Frage konkret nach „Prepaid-Strom“, „Prepaid-Stromzähler“, „Vorkassenzähler“ oder einem Guthabenmodell.
Wichtig ist anschließend, ob das Angebot an Deiner konkreten Lieferstelle technisch umgesetzt werden kann.
Welche Prepaid-Stromanbieter gibt es aktuell?
Eine belastbare bundesweite Liste lässt sich derzeit nicht aufstellen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass aktuell kein Stromversorger Prepaid-Strom deutschlandweit für alle Verbraucher anbietet.
Das macht regionale Anbieterinformationen wichtiger als alte Vergleichslisten.
Ein aktuell nachvollziehbares Beispiel ist Albwerk
Albwerk informiert auf seiner Website weiterhin über eigene PrePaid-Stromzähler. Für die Aufladung stehen dort unter anderem ein Online-Portal und ein Kassenautomat im Mittelpunkt.
Das Beispiel zeigt, wie ein reales regionales Prepaid-System funktionieren kann. Ob ein Angebot für Deine Adresse besteht, musst Du direkt beim jeweiligen Versorger prüfen.
Warum nennen wir keine lange Anbieter-Rangliste?
Prepaid-Angebote können regional begrenzt, technisch an bestimmte Zähler gekoppelt oder nur für bestimmte Kundensituationen vorgesehen sein. Eine Liste ohne aktuelle Prüfung würde deshalb schnell falsche Erwartungen erzeugen.
Prüfe bei einem konkreten Angebot mehr als nur den Namen
- Liefergebiet und technische Verfügbarkeit
- Arbeitspreis und Grundpreis
- Kosten für Zähler oder Einbau
- mögliche Mindestaufladung
- verfügbare Aufladewege
- Regelung bei leerem Guthaben
- Umgang mit vorhandenem Restguthaben
- Möglichkeiten für einen späteren Anbieterwechsel
Was kostet Prepaid-Strom?
Einen einheitlichen Preis für Prepaid-Strom gibt es nicht. Die Kosten hängen vom jeweiligen Tarif, Deinem Stromverbrauch und gegebenenfalls zusätzlichen Kosten rund um den Zähler ab.
Der Arbeitspreis bestimmt die Kosten pro Kilowattstunde
Der Arbeitspreis wird für die verbrauchten Kilowattstunden berechnet. Je höher Dein Stromverbrauch ist, desto stärker wirkt sich dieser Preis auf Deine Gesamtkosten aus.
Zusätzlich kann ein Grundpreis anfallen
Viele Stromtarife enthalten neben dem Arbeitspreis einen festen Grundpreis beziehungsweise eine Grundgebühr. Prüfe deshalb immer beide Bestandteile.
Auch der Zähler kann zusätzliche Kosten verursachen
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Kosten für Ein- und Ausbau eines Prepaid-Stromzählers je nach Messstellenbetreiber unterschiedlich ausfallen können, soweit entsprechende Zusatzkosten im Preisblatt vorgesehen sind.
Ist Prepaid-Strom teurer als ein normaler Stromtarif?
Prepaid-Strom ist nicht automatisch teurer, aber auch kein typisches Sparmodell. Die Verbraucherzentrale ordnet viele Prepaid-Tarife finanziell kritischer ein, weil reguläre Neukundentarife häufig günstiger sein können.
Wenn Du die Wahl hast, solltest Du deshalb die erwarteten Jahreskosten eines normalen Tarifs mit dem Prepaid-Angebot vergleichen.
Welche Vorteile hat Prepaid-Strom?
Der größte Vorteil liegt in der unmittelbaren Verbindung zwischen verfügbarem Geld und Stromverbrauch. Dadurch wird sehr schnell sichtbar, wie viel Energie Dein aktuelles Budget noch ermöglicht.
Du bekommst eine direkte Kostenkontrolle
Das verbleibende Guthaben macht den eigenen Verbrauch greifbarer. Gerade bei knappem Budget kann das helfen, früh zu reagieren und den Stromverbrauch bewusster zu steuern.
Neue laufende Zahlungsrückstände können begrenzt werden
Weil Strom nur innerhalb des vorhandenen Guthabens genutzt wird, können sich aus dem laufenden Verbrauch nicht über Monate unbezahlte Abschläge ansammeln.
Das kann zusätzliche Mahn- und Inkassoprobleme aus neuen Rückständen vermeiden.
Prepaid kann vor einer klassischen Sperrsituation eine Alternative sein
Einige Versorger setzen Prepaid-Systeme ein, wenn andernfalls eine Stromsperre wegen Zahlungsproblemen drohen könnte. Der Verbraucher bezahlt den weiteren Verbrauch dann vorab.
Auch bei eingeschränkter Bonität kann das Modell interessant sein
Da der zukünftige Stromverbrauch vorfinanziert wird, sinkt das Risiko neuer unbezahlter Verbrauchskosten. Das kann Prepaid bei negativer Schufa oder anderer eingeschränkter Bonität zu einer möglichen Option machen.
Welche Nachteile und Risiken hat Prepaid-Strom?
Mehr Kostenkontrolle hat eine klare Kehrseite: Ist kein Guthaben vorhanden, kann die Stromversorgung enden. Dazu kommen eine eingeschränkte Anbieterwahl und mögliche technische Hürden.
Bei leerem Guthaben kann der Strom ausfallen
Du musst aktiv darauf achten, rechtzeitig nachzuladen. Vergisst Du das oder kannst Du gerade kein neues Guthaben kaufen, kann sich der Haushalt faktisch selbst von der Stromversorgung abschneiden.
Die Anbieterwahl ist deutlich kleiner
Da Prepaid-Strom aktuell nicht flächendeckend angeboten wird, hast Du häufig weniger Tarifauswahl als bei einem normalen Stromvertrag.
Prepaid ist nicht automatisch günstiger
Der Nutzen liegt vor allem in der Zahlungs- und Kostenkontrolle. Ein besonders niedriger Strompreis ist nicht automatisch Teil dieses Modells.
Das Aufladen wird Teil Deines Alltags
Du musst Zugang zum jeweiligen Aufladeweg haben und den Guthabenstand beobachten. Technische Probleme, fehlender Internetzugang oder eingeschränkte Öffnungszeiten einer Vor-Ort-Lösung können praktisch relevant werden.
Ein späterer Anbieterwechsel kann aufwendiger sein
Ist ein spezieller Prepaid-Zähler eingebaut, kann für einen Wechsel eine technische Umstellung beziehungsweise ein Zählerwechsel nötig sein. Dadurch kann der Prozess länger dauern.
Prepaid-Strom trotz negativer Schufa: Geht das?
Prepaid-Strom kann auch bei negativer Schufa möglich sein. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass entsprechende Verträge häufig auch bei negativem Schufa-Eintrag angeboten werden.
Eine allgemeine Garantie für jeden Anbieter und jeden Kunden folgt daraus nicht.
Warum Prepaid bei Bonitätsproblemen interessant sein kann
Der Stromanbieter muss den laufenden Verbrauch weniger lange vorfinanzieren. Der Kunde kann nur innerhalb des vorhandenen Guthabens Strom nutzen.
Das verändert das Zahlungsausfallrisiko deutlich.
Bedeutet Prepaid automatisch Strom ohne Schufa?
Nein. Das Guthabenprinzip sagt zunächst nur etwas über die Zahlungsweise aus. Ob ein konkreter Anbieter eine Bonitätsprüfung durchführt oder weitere Bedingungen verlangt, hängt vom jeweiligen Angebot ab.
Weitere Möglichkeiten findest Du unter Stromanbieter trotz Schufa.
Prepaid und Grundversorgung sind unterschiedliche Wege
Die Grundversorgung ist ein gesetzlich geregeltes Versorgungsverhältnis. Prepaid ist dagegen ein besonderes Zahlungs- beziehungsweise Zählermodell.
Wie die Grundversorgung bei negativer Bonität funktioniert, erklären wir unter Grundversorgung trotz Schufa.
Kann Prepaid-Strom bei Stromschulden oder drohender Stromsperre helfen?
Prepaid kann neue Zahlungsrückstände begrenzen und in bestimmten Versorgungssituationen eine Alternative zur klassischen Sperre sein. Alte Schulden verschwinden dadurch allerdings nicht.
Prepaid beseitigt bestehende Stromschulden nicht
Offene Forderungen aus einem früheren oder laufenden Vertragsverhältnis bleiben bestehen. Ein neues Guthabenmodell verändert nicht automatisch die rechtliche Forderung des bisherigen Energieversorgers.
Neue Rückstände aus laufendem Verbrauch können begrenzt werden
Weil der weitere Stromverbrauch im Voraus bezahlt wird, können sich aus genau diesem Verbrauch nicht fortlaufend neue unbezahlte Abschläge ansammeln.
Eine bestehende Stromsperre wird nicht automatisch aufgehoben
Ein Prepaid-Angebot allein hebt eine bereits vollzogene Versorgungsunterbrechung nicht auf. Dafür müssen Versorger, Zählertechnik und die konkrete Sperrsituation geklärt werden.
Die Regeln zur Sperre findest Du unter Stromsperre.
Wann kann Prepaid Teil einer Lösung sein?
Wenn der zuständige Versorger ein Prepaid-System als Alternative anbietet und die technische Umsetzung möglich ist, kann der zukünftige Verbrauch über Guthaben organisiert werden.
Mehr zur Trennung alter Forderungen und neuer Versorgung findest Du unter Strom trotz Stromschulden.
Prepaid-Strom oder normaler Stromtarif: Was ist besser?
Ein normaler Stromtarif bietet meist mehr Anbieterwahl und benötigt keinen regelmäßigen Aufladevorgang. Prepaid bietet dagegen eine deutlich direktere Kontrolle darüber, welcher Geldbetrag noch für weiteren Stromverbrauch zur Verfügung steht.
| Merkmal | Prepaid-Strom | Normaler Stromtarif |
|---|---|---|
| Zahlungsweise | Guthaben vor Verbrauch | meist laufende Abschläge |
| Kostenkontrolle | sehr direkt über verfügbares Guthaben | über Abschläge, Verbrauch und Abrechnung |
| Bei fehlender Zahlung | Unterbrechung bei leerem Guthaben möglich | gesetzlich geregeltes Mahn- und gegebenenfalls Sperrverfahren |
| Anbieterwahl | regional eingeschränkt | deutlich größer |
| Bonität | kann weniger problematisch sein, tarifabhängig | Bonitätsprüfung möglich |
| Zähler | besonderes Prepaid-System kann erforderlich sein | normaler Messaufbau ausreichend |
| Anbieterwechsel | technisch aufwendiger möglich | regulärer Lieferantenwechsel |
Wann kann Prepaid sinnvoll sein?
Prepaid kann interessant sein, wenn die direkte Kostenkontrolle besonders wichtig ist, neue Zahlungsrückstände verhindert werden sollen und ein passendes regionales Angebot vorhanden ist.
Wann ist ein normaler Stromtarif praktischer?
Wenn Du Deine laufenden Abschläge zuverlässig bezahlen kannst und mehrere günstige Tarife zur Auswahl stehen, bietet ein klassischer Stromvertrag meist mehr Flexibilität.
Prepaid-Strom, Vorkasse und Pakettarif: Was ist der Unterschied?
Alle drei Modelle verlangen in irgendeiner Form eine frühere Zahlung. Trotzdem funktionieren sie unterschiedlich.
Prepaid-Strom
Du hältst Guthaben vor und verbrauchst Strom innerhalb dieses verfügbaren Betrags. Das Guthaben muss regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf aufgeladen werden.
Klassischer Vorkassetarif
Bei Vorkasse bezahlst Du beispielsweise einen zukünftigen Lieferzeitraum vorab. Der Strom läuft während dieses Zeitraums normalerweise nicht bei jedem einzelnen Euro Guthaben aus.
Mehr dazu findest Du unter Stromanbieter mit Vorkasse.
Pakettarif
Bei einem Pakettarif steht eine vereinbarte Strommenge im Mittelpunkt. Das ist ein Tarifmerkmal und nicht automatisch ein Prepaid-Zählersystem.
Warum solltest Du die Begriffe nicht austauschen?
Weil sie unterschiedliche Risiken haben. Bei Prepaid ist leeres Guthaben unmittelbar für die weitere Stromnutzung relevant. Bei klassischer Vorkasse steht stärker die finanzielle Vorleistung über einen längeren Zeitraum im Mittelpunkt.
Ist ein Prepaid-Stromzähler dasselbe wie ein Smart Meter?
Nein. Ein Smart Meter und ein Prepaid-Stromzähler beschreiben unterschiedliche Funktionen.
Was ist ein digitaler Stromzähler?
Ein digitaler Stromzähler misst den Stromverbrauch elektronisch und zeigt den Zählerstand auf einem Display an.
Was ist ein Smart Meter?
Ein Smart Meter ist ein intelligentes Messsystem. Es verbindet eine moderne Messeinrichtung mit einer Kommunikationseinheit und kann Messdaten übermitteln.
Was macht einen Zähler zum Prepaid-Zähler?
Beim Prepaid-System steht die Guthabenfunktion im Mittelpunkt. Der Strombezug kann an ein vorhandenes Guthaben und dessen Freigabe gekoppelt werden.
Ein digitaler Zähler wird also nicht allein dadurch zum Prepaid-Zähler, dass er ein Display besitzt. Und ein Smart Meter ist nicht automatisch ein Guthabenzähler.
Kannst Du mit einem Prepaid-Stromzähler den Anbieter wechseln?
Ein Anbieterwechsel kann grundsätzlich möglich sein, kann bei einem Prepaid-System aber aufwendiger werden. Entscheidend ist, ob der vorhandene Zähler beziehungsweise die technische Lösung mit dem neuen Liefermodell weiterverwendet werden kann.
Der Zähler kann den Wechsel beeinflussen
Ist das Prepaid-System eng an den bisherigen Versorger gekoppelt, kann vor dem Wechsel ein Austausch oder eine technische Änderung erforderlich sein.
Wer ist für den Zähler zuständig?
Neben dem Stromlieferanten spielt der Messstellenbetreiber eine eigene Rolle. Er ist für den Messstellenbetrieb und damit je nach Situation auch für Einbau, Betrieb oder Austausch des Zählers zuständig.
Was solltest Du vor einem Wechsel klären?
Prüfe, ob der neue Anbieter die Lieferstelle mit dem vorhandenen Zähler übernehmen kann, ob ein Austausch nötig ist und wie vorhandenes Restguthaben behandelt wird.
Erst danach solltest Du den Wechsel organisatorisch anstoßen.
Für wen kann Prepaid-Strom sinnvoll sein?
Prepaid-Strom ist vor allem dann interessant, wenn die direkte Kontrolle des verfügbaren Strombudgets einen echten Vorteil bringt. Der Tarif sollte zu Deiner finanziellen Situation und zu Deinem Alltag passen.
Wenn Du Deinen Stromverbrauch eng kontrollieren möchtest
Das sichtbare Guthaben kann helfen, Kosten und Verbrauch unmittelbarer miteinander zu verbinden.
Wenn neue Zahlungsrückstände vermieden werden sollen
Die Vorauszahlung begrenzt das Risiko, dass aus dem laufenden Stromverbrauch immer neue unbezahlte Abschläge entstehen.
Wenn ein passendes regionales Angebot verfügbar ist
Ohne geeigneten Versorger und passende Zählertechnik bleibt Prepaid eine theoretische Option. Die regionale Verfügbarkeit ist deshalb ein zentraler Teil der Entscheidung.
Wann ist ein normaler Stromtarif wahrscheinlich besser?
Wenn Du reguläre Abschläge zuverlässig zahlen kannst, mehrere günstige Anbieter verfügbar sind und Du maximale Flexibilität beim Wechsel möchtest, spricht vieles für einen normalen Sondertarif.
Prepaid sollte deshalb als spezielles Versorgungs- und Zahlungsmodell betrachtet werden und nicht als allgemeiner Spartipp.
Fazit: Prepaid-Strom gibt Dir Kontrolle, verlangt aber Planung
Prepaid-Strom funktioniert über vorhandenes Guthaben. Du bezahlst zuerst und verbrauchst anschließend Strom. Der Prepaid-Stromtarif regelt die vertraglichen Konditionen, während der Prepaid-Stromzähler beziehungsweise das eingesetzte System die Guthabenlogik technisch umsetzt.
Der größte Vorteil liegt in der direkten Kostenkontrolle und darin, neue laufende Zahlungsrückstände zu begrenzen. Gleichzeitig kann bei leerem Guthaben die Stromversorgung unterbrochen werden. Dazu kommen eine eingeschränkte regionale Verfügbarkeit und häufig weniger Auswahl als bei normalen Stromtarifen.
Gerade bei negativer Schufa, Stromschulden oder einer drohenden Sperrsituation kann Prepaid eine Option sein. Bestehende Schulden verschwinden dadurch nicht. Prüfe deshalb immer zuerst, ob Dein regionaler Versorger ein entsprechendes Modell anbietet, welche Kosten entstehen und wie Aufladung, Zähler und späterer Anbieterwechsel funktionieren.
Häufige Fragen zu Prepaid-Stromtarifen und Prepaid-Stromzählern
Gibt es Prepaid-Strom trotz negativer Schufa?
Das kann möglich sein. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Verträge mit Prepaid-Stromzähler häufig auch bei negativem Schufa-Eintrag angeboten werden. Eine Garantie für jeden Anbieter gibt es daraus nicht. Die konkreten Bedingungen hängen vom regionalen Angebot ab.
Was passiert, wenn das Stromguthaben leer ist?
Bei einem Prepaid-System kann die Stromversorgung automatisch unterbrochen werden, sobald kein ausreichendes Guthaben mehr vorhanden ist. Nach erfolgreicher Aufladung muss das Guthaben vom jeweiligen System übernommen beziehungsweise freigeschaltet werden.
Wie lädt man einen Prepaid-Stromzähler auf?
Je nach Anbieter kann die Aufladung über eine App, ein Online-Portal, einen Guthabencode, einen Kassenautomaten oder ein anderes versorgerspezifisches Verfahren erfolgen. Es gibt keinen deutschlandweit einheitlichen Aufladeweg.
Was kostet ein Prepaid-Stromzähler?
Eine einheitliche Pauschale gibt es nicht. Kosten für Einbau, Ausbau oder Messstellenbetrieb können je nach Messstellenbetreiber und Preisblatt unterschiedlich ausfallen. Zusätzlich musst Du die Tarifkosten für den Strom selbst berücksichtigen.
Kann man mit einem Prepaid-Stromzähler den Anbieter wechseln?
Grundsätzlich kann ein Wechsel möglich sein. Er kann aber länger dauern oder einen Zählerwechsel erfordern, wenn das vorhandene Prepaid-System nicht mit dem neuen Versorger beziehungsweise Tarif weitergenutzt werden kann.
Ist ein Prepaid-Stromzähler dasselbe wie ein Smart Meter?
Nein. Ein Smart Meter ist ein intelligentes Messsystem, das Messdaten kommunizieren kann. Ein Prepaid-Stromzähler beziehungsweise Prepaid-System koppelt die Stromnutzung an vorhandenes Guthaben. Beide Funktionen dürfen nicht gleichgesetzt werden.