Stromanbieter mit Vorkasse: Wie funktioniert Strom mit Vorauszahlung?
Bei einem Stromtarif mit Vorkasse zahlst Du Stromkosten für einen zukünftigen Zeitraum im Voraus. Das kann bei eingeschränkter Bonität interessant sein, weil der Stromanbieter einen Teil seines Zahlungsausfallrisikos reduziert. Eine Garantie für einen Vertragsabschluss entsteht dadurch nicht. Auch ein Vorkassetarif kann mit einer Bonitätsprüfung verbunden sein.
Besonders genau solltest Du auf den Vorauszahlungszeitraum schauen. Einen Monat vorab zu bezahlen bindet deutlich weniger Geld als eine Zahlung für ein ganzes Jahr. Bei einer Insolvenz des Stromanbieters kann bereits vorausgezahltes Geld gefährdet sein.
Außerdem solltest Du Vorkasse, Kaution, Pakettarif und Prepaid auseinanderhalten. Die Modelle liegen thematisch nah beieinander, funktionieren finanziell aber unterschiedlich.
Was ist ein Stromtarif mit Vorkasse?
Ein Stromtarif mit Vorkasse verlagert den Zahlungszeitpunkt nach vorne. Du bezahlst einen vereinbarten Betrag für einen zukünftigen Lieferzeitraum, bevor dieser Zeitraum vollständig verbraucht wurde.
Wie weit die Zahlung vorausgeht, hängt vom Tarif ab. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick in die Zahlungsbedingungen.
Was bedeutet Vorkasse beim Stromvertrag?
Bei einem normalen Stromvertrag werden häufig monatliche Abschläge gezahlt. Diese verteilen die erwarteten Jahreskosten auf mehrere Zahlungen während des laufenden Lieferjahres.
Bei Vorkasse zahlt der Kunde einen größeren Teil der erwarteten Stromkosten früher. Das können je nach Tarif unterschiedliche Zeiträume sein. Der Anbieter erhält damit Geld für eine Stromlieferung, die teilweise erst in den kommenden Wochen oder Monaten erfolgt.
Was zahlst Du eigentlich im Voraus?
Bei Haushaltskunden außerhalb der Grundversorgung muss sich eine vereinbarte Voraus- oder Abschlagszahlung grundsätzlich am Verbrauch des vorherigen Abrechnungszeitraums oder am durchschnittlichen Verbrauch vergleichbarer Kunden orientieren. Kannst Du glaubhaft machen, dass Dein Verbrauch erheblich niedriger sein wird, muss das bei der Bemessung angemessen berücksichtigt werden.
Eine bei Vertragsabschluss vereinbarte Vorauszahlung darf außerdem nicht vor Beginn der Stromlieferung fällig werden.
Vorkasse ist nicht automatisch eine Jahresvorauszahlung
Der Begriff sagt zunächst etwas über den Zahlungszeitpunkt aus. Der Zeitraum kann je nach Tarif unterschiedlich lang sein. Möglich sind beispielsweise kürzere Vorauszahlungsperioden oder eine Vorauszahlung über mehrere Monate.
Für Dich macht das einen erheblichen Unterschied. Je mehr Geld Du für noch nicht gelieferte Energie bereits bezahlt hast, desto größer ist Deine finanzielle Vorleistung.
Vorkasse und Prepaid sind unterschiedliche Modelle
Ein klassischer Vorkassetarif kann weiterhin ein normaler Stromliefervertrag mit späterer Verbrauchsabrechnung sein. Bei einem Prepaid- oder Guthabenmodell wird dagegen vor der Nutzung Guthaben aufgeladen und der verfügbare Strombezug daran gekoppelt.
Auch ein Vorkassezähler gehört deshalb in eine andere Kategorie als eine klassische Vorauszahlung an einen Stromlieferanten.
Wie funktioniert Vorkasse bei Strom?
Die Grundidee ist einfach: Der Anbieter ermittelt einen voraussichtlichen Stromverbrauch, daraus entsteht ein Zahlungsbetrag und dieser wird für den vereinbarten Zeitraum im Voraus gezahlt. Später wird der tatsächliche Verbrauch abgerechnet.
Was daraus finanziell entsteht, hängt von Deinem echten Stromverbrauch und den Vertragsbedingungen ab.
Der Anbieter legt einen voraussichtlichen Verbrauch zugrunde
Für die Höhe der Vorauszahlung braucht der Stromanbieter eine Verbrauchsgrundlage. Bei einem bestehenden Haushalt kann der bisherige Jahresverbrauch herangezogen werden. Liegen keine eigenen Werte vor, können Vergleichswerte ähnlicher Haushalte eine Rolle spielen.
Prüfe deshalb, welcher Jahresverbrauch im Angebot steht. Ein unrealistisch hoher Ansatz erhöht auch den Geldbetrag, den Du vorfinanzieren musst.
Du bezahlst den vereinbarten Zeitraum im Voraus
Wie oft gezahlt wird, ergibt sich aus dem Stromtarif. Manche Modelle verteilen Vorauszahlungen auf kürzere Zeiträume. Andere verlangen wesentlich größere Beträge auf einmal.
Die Bundesnetzagentur stellt für Haushaltskunden außerhalb der Grundversorgung klar, dass eine bei Vertragsschluss vereinbarte Vorauszahlung nicht vor dem eigentlichen Lieferbeginn fällig wird.
Der tatsächliche Stromverbrauch wird später abgerechnet
Der im Voraus gezahlte Betrag basiert regelmäßig auf einer Prognose. Der tatsächliche Stromverbrauch zeigt sich erst später anhand der Messwerte.
Deshalb solltest Du vor Vertragsabschluss prüfen, wie der Anbieter Abweichungen behandelt und wann die reguläre Abrechnung erfolgt.
Was passiert bei Minderverbrauch?
Hast Du weniger Strom verbraucht als bei der Vorauszahlung zugrunde gelegt wurde, kann sich aus der Abrechnung ein Guthaben ergeben. Wie und wann dieses ausgezahlt oder verrechnet wird, richtet sich nach Vertrag und Abrechnung.
Gerade bei größeren Vorauszahlungen solltest Du die Regelungen zu Guthaben vor Vertragsabschluss lesen. Sonst weißt Du zwar, wann Du zahlen musst, aber noch nicht, wann überschüssiges Geld zurückkommt.
Was passiert bei Mehrverbrauch?
Liegt Dein tatsächlicher Verbrauch über der zugrunde gelegten Menge beziehungsweise Kostenprognose, kann eine Nachzahlung entstehen. Vorkasse begrenzt Deinen Stromverbrauch also nicht automatisch.
Das unterscheidet einen klassischen Vorkassetarif zusätzlich von einem Guthabenmodell, bei dem der weitere Strombezug an vorhandenes Guthaben gekoppelt sein kann.
Warum kann Vorkasse bei schlechter Bonität relevant sein?
Vorkasse kann bei Bonitätsproblemen eine mögliche Vertragsgestaltung sein. Der Anbieter erhält Geld früher und reduziert damit sein Risiko, später auf unbezahlten Forderungen sitzen zu bleiben.
Daraus folgt allerdings keine allgemeine Annahmegarantie.
Vorauszahlung reduziert das Zahlungsausfallrisiko des Stromanbieters
Aus Sicht eines Energieversorgers verändert Vorkasse einen wichtigen Punkt: Ein Teil des Geldes ist bereits vorhanden, bevor die entsprechende Lieferperiode vollständig abgelaufen ist.
Das kann einen Tarif für Kunden mit eingeschränkter Bonität grundsätzlich interessant machen. Ob der Anbieter diese Möglichkeit tatsächlich anbietet, bestimmt der jeweilige Tarif.
Bedeutet Vorkasse automatisch Strom ohne Schufa?
Nein. Ein Stromtarif mit Vorkasse bedeutet nicht automatisch, dass der Anbieter auf eine Schufa- oder Bonitätsprüfung verzichtet. Zahlungsmodell und Annahmeprüfung sind zwei getrennte Bestandteile des Vertragsabschlusses.
Ein Anbieter kann Vorkasse verlangen und trotzdem prüfen, ob er Deinen Antrag annimmt. Ein anderer Anbieter kann andere Kriterien verwenden.
Der Anbieter kann Deine Bonität trotzdem prüfen
Welche Bonitätsprüfung durchgeführt wird und wie deren Ergebnis in die Annahmeentscheidung einfließt, hängt vom jeweiligen Stromanbieter und Tarif ab.
Mehr zur grundsätzlichen Prüfung findest Du unter Bonitätsprüfung beim Stromanbieter.
Warum Anbieter unterschiedlich entscheiden können
Energieversorger kalkulieren Risiken unterschiedlich. Ein negativer Schufa-Eintrag kann deshalb bei zwei Anbietern zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Wenn Du gezielt nach einem Stromvertrag trotz Bonitätsproblemen suchst, findest Du die verschiedenen Wege unter Stromanbieter trotz Schufa.
Welche Arten von Vorkasse gibt es?
Vorkasse ist kein einheitliches Tarifmodell. Für Deine Risikobewertung ist deshalb wichtig, wie viel Du wann zahlst und wie lange die dazugehörige Stromlieferung noch in der Zukunft liegt.
Eine kurze Vorauszahlungsperiode wirkt finanziell anders als eine hohe Zahlung für viele Monate.
Monatliche Vorauszahlung
Bei einer kurzen Vorauszahlungsperiode bleibt die finanzielle Vorleistung vergleichsweise begrenzt. Du stellst dem Anbieter weniger Geld für zukünftige Lieferungen zur Verfügung.
Das beseitigt das Vorkasserisiko nicht vollständig, hält den vorausbezahlten Zeitraum aber kleiner.
Vierteljährliche oder halbjährliche Vorauszahlung
Mit zunehmendem Zahlungszeitraum steigt der Betrag, den Du auf einmal aufbringen musst. Gleichzeitig wächst der Anteil der bezahlten Energie, die zum Zahlungszeitpunkt noch gar nicht geliefert wurde.
Prüfe deshalb immer beide Größen: den Eurobetrag und den Zeitraum, den dieser Betrag abdecken soll.
Jahresvorauszahlung
Bei einer Jahresvorauszahlung kann ein großer Betrag über viele Monate beim Stromanbieter liegen. Genau hier wird die Zahlungsweise für Verbraucher besonders riskant.
Kommt der Anbieter während des Lieferjahres in wirtschaftliche Schwierigkeiten, betrifft das möglicherweise einen erheblichen noch nicht durch Stromlieferungen ausgeglichenen Vorauszahlungsbetrag.
Vorkassezähler und Guthabenmodelle
Bei einem Guthaben- oder Prepaid-Modell wird ein Zähler beziehungsweise Abrechnungssystem mit Guthaben verbunden. Strom kann dann im Rahmen des verfügbaren Guthabens genutzt werden.
Solche Angebote können regional begrenzt sein und besondere technische Voraussetzungen haben. Eine klassische Jahresvorauszahlung an einen bundesweit tätigen Stromanbieter funktioniert anders.
Welche Vorteile kann ein Vorkassetarif haben?
Vorkasse kann in bestimmten Situationen Vorteile haben. Diese hängen immer vom konkreten Angebot ab und sollten gegen die zusätzliche finanzielle Vorleistung abgewogen werden.
Ein günstiger Preis allein reicht für diese Entscheidung nicht aus.
Ein Vertragsabschluss bei eingeschränkter Bonität kann möglich sein
Weil der Stromanbieter einen Teil der künftigen Zahlungen früher erhält, kann Vorkasse bei eingeschränkter Bonität eine mögliche Tarifgestaltung sein.
Ob daraus tatsächlich ein Vertragsabschluss entsteht, muss der Anbieter im Einzelfall entscheiden.
Der Zahlungsplan kann übersichtlich sein
Wer einen größeren Zeitraum vorab bezahlt, hat für diesen Zeitraum weniger einzelne Zahlungstermine. Das kann organisatorisch übersichtlich wirken.
Finanziell musst Du den höheren Einmalbetrag allerdings zuerst aufbringen können. Genau hier liegt die Kehrseite dieser Einfachheit.
Ein Vorkassetarif kann preislich attraktiv sein
Einzelne Anbieter können Vorkassetarife mit attraktiven Preisen anbieten. Daraus lässt sich keine allgemeine Regel ableiten, dass Vorkasse günstiger ist.
Vergleiche Arbeitspreis, Grundpreis, Vertragslaufzeit, Preisgarantie und Zahlungsbedingungen gemeinsam. Erst daraus ergibt sich, ob das Angebot unter dem Strich interessant ist.
Der Anbieter trägt ein geringeres Forderungsrisiko
Vorkasse verschiebt einen Teil des finanziellen Risikos vom Versorger zum Kunden. Der Stromanbieter muss weniger lange darauf warten, ob die vereinbarte Zahlung tatsächlich eingeht.
Für Dich bedeutet diese Verschiebung: Du solltest genauer prüfen, wem Du wie viel Geld für welchen zukünftigen Zeitraum überlässt.
Welche Nachteile und Risiken hat Vorkasse?
Das zentrale Risiko liegt in Deiner Vorleistung. Du hast bereits bezahlt, während ein Teil der vertraglich geschuldeten Energie noch geliefert werden muss.
Je länger der vorausbezahlte Zeitraum ist, desto stärker kann sich dieses Risiko auswirken.
Du gehst finanziell in Vorleistung
Bei monatlichen Abschlägen fließt Dein Geld schrittweise über das Jahr. Eine größere Vorauszahlung verlagert einen erheblichen Teil dieser Zahlungen an den Anfang.
Das erhöht den Betrag, den Du dem Anbieter für eine noch ausstehende Leistung überlässt.
Dein Geld ist gebunden
Eine hohe Vorauszahlung fehlt auf Deinem Konto. Das kann gerade bei knappem Budget relevant sein, weil dieses Geld für unerwartete Ausgaben zunächst nicht zur Verfügung steht.
Ein vermeintlicher Tarifvorteil sollte deshalb immer zusammen mit der zusätzlichen Kapitalbindung betrachtet werden.
Ein Umzug kann zusätzliche Abrechnung auslösen
Bei einem Wohnsitzwechsel kann ein bestehender Sondervertrag unter den gesetzlichen Voraussetzungen außerordentlich kündbar sein. Ob der Lieferant die Belieferung am neuen Wohnort zu bisherigen Vertragsbedingungen fortsetzen kann, spielt dabei eine Rolle.
Bei Vorkasse kommt zusätzlich die Frage hinzu, welcher Teil Deiner Vorauszahlung bereits durch tatsächlichen Verbrauch aufgebraucht wurde und welcher Betrag noch abzurechnen ist.
Der Anbieterwechsel kann finanziell unübersichtlicher werden
Eine große Vorauszahlung macht einen Wechsel nicht automatisch unmöglich. Du musst aber zusätzlich darauf achten, wie bereits gezahlte Beträge in der Schlussrechnung berücksichtigt werden.
Je größer das noch offene Guthaben ist, desto stärker bist Du bei der Abwicklung auf eine korrekte und zügige Abrechnung angewiesen.
Das Insolvenzrisiko betrifft Dein vorausgezahltes Geld
Die Bundesnetzagentur rät dazu, Angebote mit Vorauskasse genau zu prüfen. Bei einer Insolvenz des Energielieferanten können vorausgezahlte Beträge normalerweise nicht einfach zurückgeholt werden.
Damit wird klar, warum Verbraucherschützer längere Vorkassemodelle häufig kritisch bewerten.
Was passiert bei einer Insolvenz des Stromanbieters?
Eine Insolvenz zeigt das besondere Risiko der Vorkasse besonders deutlich. Du kannst bereits Geld für mehrere zukünftige Liefermonate bezahlt haben, während der Anbieter seine Lieferleistung nicht mehr vollständig erbringt.
Die Stromversorgung selbst fällt deshalb nicht zwangsläufig im selben Moment aus.
Vorausgezahltes Geld kann gefährdet sein
Wenn ein Stromanbieter insolvent wird, besteht für noch nicht durch Lieferung ausgeglichene Vorauszahlungen ein finanzielles Risiko. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass solche im Voraus geleisteten Zahlungen normalerweise nicht einfach zurückgefordert werden können.
Je größer Dein noch nicht verbrauchtes Vorauszahlungsguthaben ist, desto größer kann der finanzielle Verlust ausfallen.
Warum kurze und lange Vorauszahlung unterschiedlich riskant sind
Die Ursache ist simpel: Bei einer kurzen Vorauszahlung steht regelmäßig nur ein kleinerer zukünftiger Lieferzeitraum offen. Bei einer Jahresvorauszahlung kann zum gleichen Zeitpunkt noch ein großer Teil des bezahlten Jahres vor Dir liegen.
Wer liefert Strom, wenn der bisherige Anbieter ausfällt?
Kann Dein Stromverbrauch keinem bestimmten Lieferanten oder Liefervertrag mehr zugeordnet werden, greift unter den gesetzlichen Voraussetzungen die Ersatzversorgung durch den zuständigen Grundversorger. Dafür ist kein eigener vorheriger Vertragsabschluss erforderlich.
Die Ersatzversorgung dauert höchstens drei Monate. Währenddessen kannst Du einen neuen Lieferanten wählen.
Mehr zur Abgrenzung findest Du unter Grundversorgung trotz Schufa.
Dein alter Zahlungsanspruch und Deine neue Versorgung sind zwei Ebenen
Die neue Stromversorgung löst einen möglichen finanziellen Anspruch gegen den insolventen Anbieter nicht automatisch. Deshalb solltest Du Versorgung und Geldforderung getrennt behandeln.
Für die Versorgung brauchst Du einen funktionierenden aktuellen Lieferweg. Für das vorausgezahlte Geld gelten die Regeln des jeweiligen Insolvenzverfahrens.
Vorkasse oder monatliche Abschlagszahlung: Was ist besser?
Für die meisten Haushalte ist die monatliche Abschlagszahlung der einfachere Vergleichsmaßstab. Du verteilst die erwarteten Stromkosten über das Jahr und hältst Deine finanzielle Vorleistung kleiner.
Vorkasse kann trotzdem relevant sein, wenn sie Dir einen ansonsten schwer erreichbaren Tarif eröffnet oder ein Angebot trotz zusätzlichem Risiko insgesamt sinnvoll erscheint.
| Merkmal | Vorkasse | Monatlicher Abschlag |
|---|---|---|
| Zahlungszeitpunkt | für zukünftige Lieferperiode vorab | laufende Zahlungen über das Jahr |
| Kapitalbindung | je nach Zeitraum höher | regelmäßig geringer |
| Risiko bei Anbieterinsolvenz | noch nicht verbrauchter Vorauszahlungsbetrag kann betroffen sein | regelmäßig geringere finanzielle Vorleistung |
| Bonitätsbezug | kann bei manchen Tarifen eine Rolle spielen | Bonitätsprüfung ebenfalls möglich |
| Abrechnung | Verrechnung mit tatsächlichem Verbrauch | Verrechnung der Abschläge mit tatsächlichem Verbrauch |
Warum monatliche Abschläge häufig verbraucherfreundlicher sind
Bei monatlichen Abschlägen liegt weniger Geld für zukünftige Lieferungen beim Anbieter. Das senkt das finanzielle Vorleistungsrisiko.
Finanztip schließt Tarife mit Vorkasse oder Kaution aus seinem aktuellen empfohlenen Stromvergleich aus und begründet das mit dem höheren Kostenrisiko. Dort werden Tarife mit monatlicher Abschlagszahlung bevorzugt.
Wann Vorkasse trotzdem eine Option sein kann
Vorkasse kann interessant werden, wenn ein entsprechender Tarif trotz eingeschränkter Bonität tatsächlich angeboten wird und die Vertragsbedingungen für Dich tragbar sind.
Dann solltest Du besonders auf Höhe und Dauer der Vorauszahlung achten. Ein kleiner Preisvorteil kann schnell an Bedeutung verlieren, wenn dafür ein hoher Betrag über viele Monate gebunden wird.
Vorkasse, Kaution, Pakettarif und Prepaid: Was ist der Unterschied?
Diese Begriffe tauchen bei Stromtarifen mit Bonitätsproblemen häufig gemeinsam auf. Sie beschreiben aber unterschiedliche Vertrags- und Zahlungsmechanismen.
Wenn Du sie auseinanderhältst, kannst Du das tatsächliche finanzielle Risiko eines Angebots viel besser einschätzen.
| Modell | Funktionsprinzip | Typischer finanzieller Punkt |
|---|---|---|
| Vorkasse | Künftige Stromkosten werden früher bezahlt | Vorleistungs- und Insolvenzrisiko |
| Kaution | Geld wird als Sicherheit hinterlegt | Kapital bleibt als Sicherheit gebunden |
| Pakettarif | Bestimmte Strommenge wird tariflich als Paket vereinbart | Risiko bei abweichendem Verbrauch |
| Prepaid / Vorkassezähler | Stromnutzung erfolgt über zuvor vorhandenes Guthaben | Guthaben muss rechtzeitig vorhanden sein |
| Monatlicher Abschlag | Erwartete Jahreskosten werden laufend verteilt | geringere Vorleistung |
Was ist Vorkasse?
Vorkasse betrifft den Zahlungszeitpunkt für die laufende Stromlieferung. Ein Teil der künftigen Kosten wird vorab gezahlt.
Was ist eine Kaution?
Eine Kaution dient dem Anbieter als Sicherheit. Sie ist nicht automatisch eine Zahlung auf Deinen laufenden Stromverbrauch.
Mehr dazu findest Du unter Stromanbieter mit Kaution.
Was ist ein Pakettarif?
Bei einem Pakettarif steht eine bestimmte Strommenge im Mittelpunkt. Verbrauchst Du erheblich weniger oder mehr als vorgesehen, kann sich das finanziell ungünstig auswirken.
Die Begriffe Pakettarif und Vorkasse können in einem Angebot gemeinsam auftreten. Sie beschreiben trotzdem unterschiedliche Merkmale des Vertrags.
Was ist Prepaid-Strom?
Bei Prepaid-Strom beziehungsweise einem Guthabenmodell wird die Stromnutzung an vorhandenes Guthaben gekoppelt. Dafür kann ein entsprechendes technisches System oder ein geeigneter Zähler erforderlich sein.
Mehr dazu findest Du unter Prepaid-Stromtarife und Stromzähler.
Welche Stromanbieter bieten Vorkasse an?
Vorkassetarife können am Markt vorkommen, ihre Verfügbarkeit verändert sich jedoch. Ein Tarif kann regional begrenzt sein, eingestellt werden oder nur unter bestimmten Voraussetzungen angeboten werden.
Eine statische Liste mit vermeintlich dauerhaft verfügbaren Anbietern wäre deshalb schnell veraltet.
Prüfe aktuelle Tarife statt alter Anbieterlisten
Wenn Du einen Stromanbieter mit Vorkasse suchst, prüfe das konkrete Angebot zum aktuellen Zeitpunkt. Achte darauf, ob der Tarif an Deiner Postleitzahl überhaupt verfügbar ist und welche Zahlungsweise tatsächlich vorgesehen ist.
Der Name eines Anbieters allein reicht nicht. Ein Energieversorger kann mehrere Tarife mit unterschiedlichen Zahlungsbedingungen anbieten.
Regionale Angebote können anders funktionieren
Einzelne Versorger können spezielle Guthaben-, Vorkasse- oder Zählermodelle anbieten. Solche Angebote lassen sich nicht automatisch auf ganz Deutschland übertragen.
Prüfe deshalb Liefergebiet und technische Voraussetzungen.
Diese Tarifmerkmale solltest Du gemeinsam betrachten
- Höhe und Zeitraum der Vorauszahlung
- Arbeitspreis und Grundpreis
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist
- Umfang und Dauer einer Preisgarantie
- Bonusbedingungen
- Regelung bei Minder- und Mehrverbrauch
- Verfahren bei Umzug und Vertragsende
Erst dieses Gesamtbild zeigt Dir, ob der Stromtarif wirklich zu Deiner Situation passt.
Worauf solltest Du bei einem Vorkassetarif achten?
Bei Vorkasse ist der Strompreis nur ein Teil der Entscheidung. Du solltest genauso genau prüfen, wie viel Geld Du vorab zahlst, wie lange es beim Anbieter liegt und wie der Vertrag wieder beendet werden kann.
Eine kurze Prüfung vor Vertragsabschluss kann später viel Ärger vermeiden.
Wie viel Geld zahlst Du tatsächlich im Voraus?
Schau auf den absoluten Betrag. Eine Formulierung wie „günstige Vorauszahlung“ sagt wenig darüber aus, ob Du 80 Euro oder einen vierstelligen Betrag vorfinanzierst.
Vergleiche den Betrag mit Deinem üblichen Jahresverbrauch und den erwarteten Gesamtkosten.
Wie lange ist Dein Geld gebunden?
Der Zahlungszeitraum zeigt, wie lange Du dem Anbieter finanziell voraus bist. Eine längere Periode erhöht den Betrag der noch ausstehenden Gegenleistung.
Wie werden Minder- und Mehrverbrauch behandelt?
Prüfe, wann eine Schluss- oder Jahresabrechnung erfolgt und wie Guthaben ausgezahlt werden. Schau außerdem darauf, wie Mehrverbrauch berechnet wird.
Wie lang sind Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist?
Ein günstiger Arbeitspreis kann an Wert verlieren, wenn Du lange gebunden bist und ein Wechsel nur mit großer Verzögerung möglich ist.
Vertragslaufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist gehören deshalb direkt neben den Preisvergleich.
Was deckt die Preisgarantie ab?
Der Begriff Preisgarantie allein sagt noch nicht, welche Preisbestandteile tatsächlich abgesichert sind. Prüfe Dauer und Umfang der Garantie im Vertrag.
Wie belastbar wirkt der Anbieter?
Eine sichere Vorhersage über die wirtschaftliche Zukunft eines Stromanbieters gibt es nicht. Du kannst aber prüfen, ob Vertragsbedingungen klar sind, Kontaktinformationen nachvollziehbar sind und das Angebot mit ungewöhnlich hohen Vorauszahlungen oder schwer verständlichen Bonusversprechen arbeitet.
Bei einer großen Vorauszahlung sollte Deine Prüfung strenger ausfallen als bei einer normalen monatlichen Abschlagszahlung.
Welche Alternativen gibt es zu Strom mit Vorkasse?
Vorkasse ist nur eine mögliche Zahlungsform. Gerade bei negativer Bonität lohnt sich ein Vergleich mit anderen Wegen, weil sich Risiko, Liquiditätsbedarf und Annahmechancen unterscheiden.
Welche Option verfügbar ist, hängt von Deiner konkreten Situation und dem jeweiligen Anbieter ab.
Normale monatliche Abschlagszahlung
Ein klassischer Sondertarif mit monatlichen Abschlägen hält Deine finanzielle Vorleistung kleiner. Wenn ein Anbieter Deinen Antrag akzeptiert, ist dieses Modell für viele Haushalte einfacher zu handhaben.
Grundversorgung
Kommt kein Sondervertrag zustande, kann die gesetzliche Grundversorgung relevant sein. Ein negativer Schufa-Eintrag verhindert diese grundsätzlich nicht, wobei die gesetzlichen Grenzen der Versorgungspflicht zu beachten sind.
Die Details findest Du unter Grundversorgung trotz Schufa.
Stromanbieter mit Kaution
Bei einer Kaution hinterlegst Du eine Sicherheitsleistung. Das bindet ebenfalls Geld, folgt aber einem anderen Prinzip als die Vorauszahlung künftiger Stromkosten.
Mehr dazu findest Du unter Stromanbieter mit Kaution.
Prepaid-Strom
Prepaid-Modelle arbeiten mit Guthaben und können je nach Angebot besondere technische Voraussetzungen haben. Sie sind deshalb keine bloße andere Bezeichnung für klassische Vorkasse.
Ein anderer Sondertarif kann ebenfalls funktionieren
Eine Ablehnung bei einem Anbieter bedeutet nicht automatisch, dass jeder weitere Stromanbieter gleich entscheidet. Annahmekriterien können unterschiedlich ausfallen.
Unter Stromanbieter trotz Schufa findest Du die verschiedenen Vertragswege im Zusammenhang.
Wann kann Vorkasse sinnvoll sein?
Vorkasse kann eine Option sein, wenn sie Dir einen realistisch erreichbaren Stromtarif eröffnet und die zusätzliche Vorleistung für Dich finanziell vertretbar bleibt. Je kürzer der Vorauszahlungszeitraum ist, desto kleiner bleibt regelmäßig der Betrag für noch nicht gelieferte Energie.
Die Frage lautet also: Was bekommst Du für das zusätzliche Risiko?
Wenn ein normaler Sondertarif wegen Bonität nicht zustande kommt
Wird ein klassischer Tarif abgelehnt und ein anderer Anbieter bietet tatsächlich einen Vorkassetarif an, kann dieses Modell eine zusätzliche Möglichkeit sein.
Prüfe trotzdem, ob parallel Grundversorgung oder ein anderer Sondertarif wirtschaftlich sinnvoller ist.
Wenn der Vorauszahlungszeitraum überschaubar bleibt
Eine kurze Vorauszahlungsperiode begrenzt die Höhe Deiner laufenden Vorleistung. Das macht einen solchen Tarif finanziell leichter einschätzbar als eine hohe Zahlung für viele Monate.
Wenn Preis und Vertragsbedingungen zusammenpassen
Ein Vorkassetarif sollte einen nachvollziehbaren Vorteil bieten. Vergleiche dazu Jahreskosten, Vorauszahlungsbetrag, Preisgarantie, Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist.
Bleibt vom Preisvorteil nach dieser Prüfung kaum etwas übrig, trägst Du zusätzliches Risiko ohne erkennbaren Gegenwert.
Wann solltest Du besonders vorsichtig sein?
Hohe Jahresvorauszahlungen, schwer verständliche Vertragsbedingungen und ein erheblicher Geldbetrag für weit in der Zukunft liegende Lieferungen verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Wenn Du zwischen zwei ähnlich teuren Tarifen wählen kannst und einer davon monatliche Abschläge vorsieht, ist die geringere finanzielle Vorleistung ein konkreter Vorteil.
Fazit: Bei Vorkasse zählt mehr als der Strompreis
Ein Stromanbieter mit Vorkasse kann bei eingeschränkter Bonität eine zusätzliche Möglichkeit sein. Die Vorauszahlung reduziert das Forderungsrisiko des Anbieters, garantiert Dir aber weder eine Annahme noch den Verzicht auf eine Bonitätsprüfung.
Für Deine Entscheidung sind vor allem Höhe und Dauer der Vorauszahlung relevant. Einen kleineren Betrag für einen kurzen Zeitraum vorzufinanzieren erzeugt ein anderes Risiko als die Vorfinanzierung eines großen Teils des Jahresverbrauchs.
Prüfe deshalb zuerst, welches Modell tatsächlich angeboten wird. Danach vergleichst Du Preis, Vertragsbedingungen, Anbieter und finanzielles Risiko. Wenn eine monatliche Abschlagszahlung zu ähnlichen Konditionen verfügbar ist, hältst Du damit deutlich weniger Geld für zukünftige Stromlieferungen beim Versorger.
Häufige Fragen zu Stromanbietern mit Vorkasse
Gibt es Stromanbieter mit Vorkasse trotz negativer Schufa?
Ja, Vorkasse kann bei eingeschränkter Bonität als Zahlungsmodell angeboten werden. Ob ein bestimmter Anbieter Deinen Antrag akzeptiert, hängt von dessen Tarif- und Annahmekriterien ab. Eine negative Schufa führt deshalb weder automatisch zur Ablehnung noch garantiert Vorkasse den Vertragsabschluss.
Bedeutet Vorkasse automatisch keine Bonitätsprüfung?
Nein. Ein Stromanbieter kann auch bei einem Vorkassetarif eine Bonitätsprüfung durchführen. Vorkasse reduziert sein Zahlungsausfallrisiko, schreibt aber keinen generellen Verzicht auf Schufa- oder andere Bonitätsinformationen vor.
Sind Vorkasse-Tarife günstiger?
Nicht grundsätzlich. Einzelne Tarife können preislich attraktiv sein. Vergleiche Arbeitspreis, Grundpreis, Vertragslaufzeit, Preisgarantie und Vorauszahlungsrisiko gemeinsam. Ein niedrigerer Preis kann durch eine hohe Kapitalbindung an Attraktivität verlieren.
Was passiert mit meiner Vorauszahlung bei Insolvenz?
Bereits gezahltes Geld für noch nicht erbrachte Stromlieferungen kann bei einer Insolvenz des Anbieters gefährdet sein. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass vorausgezahlte Beträge in einem solchen Fall normalerweise nicht einfach zurückgefordert werden können.
Bekomme ich bei Minderverbrauch Geld zurück?
Ergibt die Abrechnung, dass Deine Vorauszahlungen höher waren als die tatsächlich angefallenen Stromkosten, kann ein Guthaben entstehen. Prüfe im konkreten Tarif, wann abgerechnet wird und wie Guthaben ausgezahlt oder verrechnet werden.
Ist Prepaid-Strom dasselbe wie ein Vorkassetarif?
Nein. Bei klassischer Vorkasse bezahlst Du zukünftige Kosten eines Stromliefervertrags im Voraus. Prepaid- beziehungsweise Guthabenmodelle koppeln die Stromnutzung an zuvor vorhandenes Guthaben und können besondere technische Voraussetzungen haben.