Stromanbieter mit Kaution: Strom trotz Schufa mit Sicherheitsleistung?
Eine Kaution kann beim Stromvertrag als Sicherheit für mögliche Zahlungsausfälle dienen. Gerade bei eingeschränkter Bonität kann ein Anbieter dadurch eher bereit sein, einen Vertrag abzuschließen. Eine Annahmegarantie entsteht daraus allerdings nicht. Der Anbieter kann weiterhin eigene Bonitäts- und Tarifkriterien anwenden.
Wichtig ist außerdem die Vertragsart. In der Grundversorgung ist eine Sicherheitsleistung gesetzlich geregelt und an konkrete Voraussetzungen gebunden. Bei frei gewählten Sondertarifen kommt es stärker auf die Vertragsbedingungen des jeweiligen Stromanbieters an.
Vor einem Abschluss solltest Du deshalb prüfen, wie hoch die Kaution ist, wann sie zurückgezahlt wird, ob sie verzinst wird und wie sich der Tarif insgesamt gegenüber Vorkasse, monatlichem Abschlag und Grundversorgung schlägt.
Was ist eine Kaution beim Stromanbieter?
Eine Kaution beim Stromanbieter ist eine Sicherheitsleistung. Der Versorger hält einen bestimmten Geldbetrag als Absicherung zurück, falls der Kunde später seinen Zahlungsverpflichtungen aus dem Stromvertrag nicht nachkommt.
Damit unterscheidet sich die Kaution grundlegend von den normalen Zahlungen für Deinen laufenden Stromverbrauch.
Wofür dient die Kaution?
Der Stromanbieter trägt bei einem klassischen Vertrag das Risiko, Energie zu liefern und die vereinbarten Zahlungen anschließend nicht vollständig zu erhalten. Eine Sicherheitsleistung reduziert dieses Forderungsrisiko.
Kommt es während der Vertragslaufzeit zu offenen Forderungen und liegen die Voraussetzungen zur Verwertung der Sicherheit vor, kann die hinterlegte Kaution dafür relevant werden.
Ist die Kaution Teil Deiner normalen Stromzahlung?
Die Kaution erfüllt zunächst eine Sicherungsfunktion. Dein monatlicher Abschlag dient dagegen dazu, die voraussichtlichen Kosten Deines laufenden Stromverbrauchs über das Jahr zu verteilen.
Das ist praktisch wichtig: Wenn Du 150 Euro Kaution hinterlegst und zusätzlich monatlich 90 Euro Abschlag zahlst, ersetzt die Sicherheitsleistung diese laufenden Abschläge nicht.
Was bedeutet Sonderabschlag?
Im Umfeld von Stromtarifen taucht neben „Kaution“ teilweise der Begriff „Sonderabschlag“ auf. Wettbewerber verwenden ihn zum Teil für eine zusätzliche Sicherheit zu Beginn des Vertrags.
Für Dich zählt weniger die Bezeichnung als die konkrete Funktion. Prüfe, ob der Betrag auf Deinen Stromverbrauch angerechnet wird oder lediglich als Sicherheit beim Anbieter verbleibt.
Wann wird die Kaution bezahlt?
Der konkrete Zahlungszeitpunkt hängt von der Vertragsart und den jeweiligen Bedingungen ab. Bei frei gewählten Sondertarifen solltest Du deshalb im Vertrag nachsehen, wann die Sicherheitsleistung fällig wird.
In der Grundversorgung gelten besondere gesetzliche Regeln für Vorauszahlung und Sicherheitsleistung. Darauf gehen wir weiter unten genauer ein.
Warum verlangen Stromanbieter eine Kaution?
Eine Kaution kann verlangt oder angeboten werden, wenn der Stromanbieter ein erhöhtes Zahlungsausfallrisiko absichern möchte. Das Thema taucht deshalb häufig zusammen mit Bonität, Schufa und früheren Zahlungsproblemen auf.
Die Ursache sollte trotzdem genau betrachtet werden. Ein negativer Schufa-Eintrag und konkrete Stromschulden sind zwei verschiedene Sachverhalte.
Die Kaution reduziert das Zahlungsausfallrisiko
Der Anbieter erhält eine zusätzliche Sicherheit, auf die unter den jeweiligen gesetzlichen und vertraglichen Voraussetzungen zurückgegriffen werden kann. Dadurch ist ein Teil seines finanziellen Risikos abgesichert.
Das erklärt, warum Kautionstarife gerade im Zusammenhang mit eingeschränkter Bonität auftauchen.
Welche Rolle spielt Deine Bonität?
Bei frei gewählten Sondertarifen kann ein Stromanbieter vor Vertragsschluss die Bonität des Antragstellers prüfen. Fällt diese aus Sicht des Versorgers zu schwach aus, kann eine zusätzliche Sicherheit als Vertragsbedingung relevant werden.
Wie eine solche Prüfung grundsätzlich funktioniert, erklären wir unter Bonitätsprüfung beim Stromanbieter.
Wann kann eine negative Schufa relevant werden?
Ein negativer Schufa-Eintrag kann die Risikoeinschätzung eines Stromanbieters beeinflussen. Welche Bedeutung der Eintrag tatsächlich bekommt, hängt vom Anbieter, dem Tarif und den verfügbaren Bonitätsinformationen ab.
Deshalb kann die gleiche Person bei einem Anbieter angenommen und bei einem anderen abgelehnt werden.
Stromschulden sind ein eigener Fall
Offene Forderungen aus einem früheren Stromvertrag haben einen direkten Bezug zur Energieversorgung. Sie können für einen Anbieter anders wirken als ein negativer Eintrag aus einem Mobilfunk- oder Ratenkaufvertrag.
Wenn bei Dir bereits Stromschulden bestehen, findest Du die unterschiedlichen Situationen unter Strom trotz Stromschulden.
Kann eine Kaution bei negativer Schufa helfen?
Ja, eine Kaution kann bei negativer Schufa eine mögliche Vertragsgestaltung sein. Der Anbieter erhält dadurch eine zusätzliche Sicherheit und trägt weniger ungesichertes Forderungsrisiko.
Eine Kaution verpflichtet den Stromanbieter aber nicht dazu, Deinen Antrag anzunehmen.
Eine Kaution kann das Risiko für den Anbieter reduzieren
Wenn der Versorger eine Sicherheitsleistung akzeptiert, steht ihm für bestimmte Zahlungsausfälle ein zusätzlicher finanzieller Puffer zur Verfügung. Das kann die Ausgangslage bei eingeschränkter Bonität verbessern.
Ob der konkrete Anbieter dieses Modell überhaupt anbietet, ist eine andere Frage.
Ein Vertragsabschluss ist trotzdem nicht garantiert
Jeder Sondervertragsanbieter kann eigene Annahmekriterien für seine Tarife haben. Eine angebotene Kaution führt deshalb nicht automatisch zu einem positiven Vertragsabschluss.
Wurde ein Antrag bereits abgelehnt, solltest Du zunächst klären, ob Bonität, technische Lieferdaten oder ein anderer Grund dahintersteckt. Mehr dazu findest Du unter Stromvertrag abgelehnt.
Kann der Anbieter trotz Kaution eine Bonitätsprüfung durchführen?
Ja. Sicherheitsleistung und Bonitätsprüfung sind zwei verschiedene Elemente eines Vertrags. Ein Tarif mit Kaution kann trotzdem eine vorherige Bonitätsprüfung vorsehen.
Die Kaution verändert das finanzielle Risiko des Anbieters. Sie sagt für sich genommen nichts darüber aus, ob der Anbieter auf Auskunfteidaten verzichtet.
Warum entscheiden Anbieter unterschiedlich?
Versorger bewerten Zahlungsausfallrisiken, Kundenprofile und Tarifmodelle unterschiedlich. Deshalb gibt es keine allgemeine Regel nach dem Muster „negative Schufa plus Kaution ergibt immer einen Stromvertrag“.
Wann darf ein Stromanbieter eine Kaution verlangen?
Hier musst Du zwischen Grundversorgung und einem frei gewählten Sondervertrag unterscheiden. Für die Grundversorgung enthält die StromGVV eine konkrete gesetzliche Regel zur Sicherheitsleistung.
Bei Sonderverträgen kommt es stärker auf die vereinbarten Vertragsbedingungen und die allgemeinen gesetzlichen Grenzen solcher Klauseln an.
Was gilt in der Grundversorgung?
§ 15 StromGVV erlaubt dem Grundversorger eine angemessene Sicherheitsleistung, wenn der Kunde zu einer nach § 14 StromGVV zulässigen Vorauszahlung nicht bereit oder nicht in der Lage ist.
Damit steht die Sicherheitsleistung in der Grundversorgung am Ende einer klaren gesetzlichen Logik: Zunächst müssen die Voraussetzungen für eine Vorauszahlung vorliegen. Erst wenn der Kunde diese Vorauszahlung nicht leisten kann oder will, kann eine Sicherheit verlangt werden.
Wann darf der Grundversorger überhaupt Vorauszahlung verlangen?
Nach § 14 StromGVV darf der Grundversorger Vorauszahlung verlangen, wenn im konkreten Einzelfall Grund zu der Annahme besteht, dass der Kunde seine Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht rechtzeitig erfüllen wird.
Der Kunde muss dabei verständlich über Beginn, Höhe und Grund der Vorauszahlung sowie über die Voraussetzungen informiert werden, unter denen sie wieder entfällt.
Die Sicherheitsleistung muss angemessen sein
§ 15 StromGVV verlangt ausdrücklich eine angemessene Höhe. Eine beliebig festgesetzte Sicherheitsleistung lässt sich daraus nicht ableiten.
Eine allgemeine Euro-Obergrenze für jeden Grundversorgungsfall nennt die Vorschrift allerdings nicht. Deshalb wäre eine pauschale Aussage wie „die Kaution darf höchstens 50 Euro betragen“ falsch.
Was gilt bei einem Sondervertrag?
Bei einem frei gewählten Stromtarif außerhalb der Grundversorgung solltest Du prüfen, ob eine Kaution überhaupt Bestandteil des Angebots beziehungsweise der Vertragsbedingungen ist und unter welchen Voraussetzungen sie verlangt wird.
Für Sondertarife existiert keine mit § 15 StromGVV identische allgemeine Kautionsregel. Deshalb sind die konkrete Vertragsgestaltung und die allgemeinen Regeln des Vertragsrechts maßgeblich.
Welche Angaben solltest Du vor der Zahlung kennen?
Bevor Du eine Sicherheitsleistung überweist, solltest Du mindestens wissen, wie hoch sie ist, warum sie verlangt wird, wann sie fällig wird, unter welchen Voraussetzungen der Anbieter darauf zugreifen kann und wann Du sie zurückbekommst.
Fehlen diese Angaben oder bleiben sie widersprüchlich, solltest Du vor der Zahlung nachfragen.
Wie hoch kann die Kaution beim Stromanbieter sein?
Eine allgemeingültige feste Kautionshöhe gibt es nicht. Die konkrete Sicherheitsleistung hängt von Vertragsart, Anbieter und den jeweiligen Bedingungen ab.
Gerade deshalb solltest Du feste Beträge aus älteren Ratgebern oder Anbieterlisten nicht ungeprüft auf Deinen Vertrag übertragen.
Ein Monatsabschlag ist kein allgemeiner gesetzlicher Standard
In Wettbewerbertexten wird teilweise ungefähr ein monatlicher Abschlag als typische Größenordnung genannt. Solche Angaben können einzelne Tarifmodelle beschreiben, bilden aber keine allgemeine gesetzliche Obergrenze für Stromkautionen.
Bei der Grundversorgung verlangt § 15 StromGVV lediglich eine angemessene Höhe.
Deutlich höhere Beträge können finanziell relevant werden
Je höher die Kaution ausfällt, desto mehr Geld steht Dir während der Vertragslaufzeit nicht frei zur Verfügung. Selbst wenn Du den Betrag später vollständig zurückerhältst, musst Du ihn zunächst finanzieren können.
Das ist besonders bei Haushalten wichtig, die gerade wegen finanzieller Schwierigkeiten nach einem Tarif mit Sicherheitsleistung suchen.
Berechne Deinen tatsächlichen Startbedarf
Schau nicht nur auf die Kaution. Zum Vertragsbeginn können zusätzlich der erste Abschlag oder andere reguläre Zahlungen fällig werden.
Kaution + erste reguläre Stromzahlung + weitere vertraglich vereinbarte Anfangszahlungen = Geldbedarf zum Vertragsstart
Diese Summe zeigt Dir besser als der reine Tarifpreis, ob der Vertrag kurzfristig zu Deinem Budget passt.
Wann bekommst Du die Kaution zurück?
Wann die Sicherheitsleistung zurückgezahlt wird, hängt von der Vertragsart und davon ab, ob noch offene Forderungen bestehen. In der Grundversorgung gibt es dafür eine klare gesetzliche Regel.
Was gilt in der Grundversorgung?
Nach § 15 StromGVV muss die Sicherheit unverzüglich zurückgegeben werden, sobald keine Vorauszahlung mehr verlangt werden kann.
Die Rückgabe ist damit nicht zwingend erst an das Ende des gesamten Grundversorgungsvertrags gekoppelt. Fällt der Grund für die Sicherheitsleistung früher weg, kann auch die Rückgabepflicht früher entstehen.
Kann der Grundversorger auf die Sicherheit zugreifen?
Ja. Gerät der Kunde in Zahlungsverzug und erfüllt er seine Zahlungspflichten auch nach erneuter Zahlungsaufforderung nicht unverzüglich, kann der Grundversorger die Sicherheit unter den Voraussetzungen des § 15 StromGVV verwerten.
Auf diese Möglichkeit muss in der erneuten Zahlungsaufforderung hingewiesen werden.
Was gilt bei einem Sondertarif?
Bei einem frei gewählten Stromvertrag richtet sich die Rückzahlung nach den konkreten Vertragsbedingungen und der jeweiligen Forderungslage. Lies deshalb vor Vertragsschluss nach, wann der Anbieter die Kaution freigibt und wie eine mögliche Verrechnung geregelt ist.
Wird eine Stromkaution verzinst?
In der Grundversorgung werden Barsicherheiten verzinst. § 15 Absatz 2 StromGVV schreibt dafür den jeweiligen Basiszinssatz nach § 247 BGB vor.
Die pauschale Aussage, eine Stromkaution werde grundsätzlich nie verzinst, ist damit falsch. Bei Sonderverträgen muss die konkrete Vertrags- und Rechtslage separat geprüft werden.
Kaution, Vorkasse und Abschlag: Was ist der Unterschied?
Alle drei Begriffe betreffen Geldflüsse zwischen Kunde und Energieversorger. Ihre Funktion ist jedoch unterschiedlich.
Genau diese Abgrenzung hilft Dir dabei, einen vermeintlich günstigen Tarif richtig einzuschätzen.
| Merkmal | Kaution | Vorkasse | Monatlicher Abschlag |
|---|---|---|---|
| Hauptzweck | Sicherheit für mögliche Forderungen | zukünftige Stromkosten vorab bezahlen | erwartete Jahreskosten laufend verteilen |
| Bezug zum laufenden Verbrauch | nicht unmittelbar | ja | ja |
| Kapitalbindung | ja | je nach Zeitraum teilweise hoch | vergleichsweise geringer |
| Bonitätsbezug | kann relevant sein | kann relevant sein | Bonitätsprüfung ebenfalls möglich |
| Rückzahlung / Abrechnung | nach Sicherheits- und Forderungslage | Verrechnung mit tatsächlichem Verbrauch | Verrechnung in der Abrechnung |
Warum Kaution und Vorkasse unterschiedliche Funktionen erfüllen
Bei Vorkasse bezahlst Du Kosten einer zukünftigen Stromlieferung vor. Die Zahlung soll später durch tatsächlichen Stromverbrauch ausgeglichen werden.
Eine Kaution bleibt als zusätzliche Sicherheit bestehen und wird erst nach den jeweiligen Rückzahlungsregeln freigegeben oder bei berechtigten Forderungen verwertet.
Mehr zu Vorauszahlungstarifen findest Du unter Stromanbieter mit Vorkasse.
Warum ein Abschlag keine Sicherheitsleistung ist
Der monatliche Abschlag ist eine laufende Zahlung auf Deine erwartete Stromrechnung. Am Ende des Abrechnungszeitraums werden die Abschläge mit dem tatsächlichen Verbrauch verrechnet.
Eine Kaution hat einen anderen Zweck. Sie soll dem Anbieter zusätzliche Sicherheit geben.
Welche Vorteile kann ein Stromtarif mit Kaution haben?
Eine Sicherheitsleistung kann sinnvoll sein, wenn sie einen Stromvertrag ermöglicht, der ohne zusätzliche Absicherung nicht zustande käme. Der tatsächliche Vorteil hängt aber vom gesamten Tarif ab.
Ein Sondervertrag kann bei eingeschränkter Bonität erreichbar werden
Akzeptiert ein Anbieter eine Kaution als zusätzliche Sicherheit, kann damit eine weitere Vertragsoption entstehen. Das kann interessant sein, wenn andere Sondertarife wegen Bonität nicht zustande kommen.
Eine Garantie dafür gibt es nicht.
Die laufenden Stromkosten bleiben separat erkennbar
Bei einer echten Sicherheitsleistung kannst Du die Kaution von Arbeitspreis, Grundpreis und laufenden Abschlägen getrennt betrachten. Das erleichtert den Vergleich mit einem Tarif, bei dem zukünftiger Verbrauch komplett oder teilweise im Voraus bezahlt wird.
Ein Sondertarif kann günstiger als die Grundversorgung sein
Je nach Region und Marktphase können Sondertarife geringere Jahreskosten als die örtliche Grundversorgung haben. Daraus folgt aber nicht, dass jeder Kautionstarif automatisch günstig ist.
Vergleiche deshalb die tatsächlichen Jahreskosten und die zusätzlichen Bedingungen des Tarifs.
Welche Nachteile und Risiken hat eine Kaution?
Der offensichtlichste Nachteil ist die Kapitalbindung. Du gibst dem Stromanbieter zusätzliches Geld, das Dir während dieser Zeit nicht frei zur Verfügung steht.
Bei einem finanziell angespannten Haushalt kann genau das zum Problem werden.
Dein Geld bleibt beim Anbieter gebunden
Solange die Voraussetzungen für die Sicherheitsleistung bestehen, kannst Du den hinterlegten Betrag nicht für andere laufende Ausgaben einsetzen.
Ein Tarif mit Kaution braucht deshalb mehr Liquidität als ein vergleichbarer Vertrag ohne Sicherheitsleistung.
Eine hohe Kaution kann einen kleinen Preisvorteil relativieren
Ein günstigerer Arbeitspreis sagt wenig darüber aus, wie belastend der Vertrag zu Beginn ist. Vergleiche deshalb die langfristigen Stromkosten mit dem Geldbetrag, den Du zusätzlich hinterlegen musst.
Auch eine Anbieterinsolvenz gehört in die Risikoprüfung
Liegt Deine Kaution beim Energieversorger und gerät das Unternehmen in Insolvenz, kann die Rückforderung komplizierter werden. Verbraucherportale behandeln Kautionstarife deshalb häufig vorsichtig.
Finanztip nimmt Tarife mit Kaution aktuell nicht in seine empfohlenen Stromtarife auf und begründet das unter anderem mit dem höheren finanziellen Risiko bei einer Insolvenz des Anbieters.
Warum Vergleichsportale Kautionstarife teilweise ausblenden
Auch Verivox schließt Tarife mit Kaution aus seiner voreingestellten Verbraucherschutz-Empfehlung aus. Das bedeutet nicht, dass jeder einzelne Kautionstarif automatisch ungeeignet ist.
Es zeigt aber, dass die zusätzliche Sicherheitsleistung aus Verbrauchersicht ein relevantes Risikomerkmal ist.
Was passiert mit der Kaution bei einer Anbieterinsolvenz?
Bei einer Insolvenz musst Du zwei Fragen auseinanderhalten: Wer liefert künftig Deinen Strom und was passiert mit Deinem Anspruch auf Rückzahlung der Kaution?
Die Stromversorgung und Deine Kaution sind getrennte Themen
Wenn ein Lieferant ausfällt und Dein Stromverbrauch keinem bestimmten Liefervertrag mehr zugeordnet werden kann, kann die gesetzliche Ersatzversorgung greifen. Dadurch kann die laufende Energieversorgung aufgefangen werden.
Deine Forderung gegen den bisherigen Anbieter bleibt davon getrennt.
Die Rückzahlung kann zum Insolvenzthema werden
Ist der Anbieter insolvent und schuldet er Dir die Rückzahlung einer hinterlegten Sicherheit, kann dieser Anspruch Teil des Insolvenzverfahrens werden. Eine sofortige vollständige Rückzahlung ist dann nicht automatisch gesichert.
Genau darin liegt das zusätzliche Risiko einer hohen Sicherheitsleistung.
Wer liefert nach einem Lieferantenausfall weiter?
Die Ersatzversorgung übernimmt unter den gesetzlichen Voraussetzungen der örtliche Grundversorger. Sie dient als Auffangversorgung, wenn der Verbrauch keinem anderen Lieferverhältnis zugeordnet werden kann.
Wie Grundversorgung und Ersatzversorgung funktionieren, erklären wir unter Grundversorgung trotz Schufa.
Welche Stromanbieter bieten Tarife mit Kaution an?
Aktuelle Kautionstarife lassen sich nicht seriös über eine dauerhaft gültige Anbieter-Liste beantworten. Anbieter, Tarife, Liefergebiete und Annahmebedingungen können sich ändern.
Bei der aktuellen Recherche ließ sich keine belastbare bundesweite Auswahl konkreter Haushaltsstromtarife verifizieren, bei der Anbieter, Kautionshöhe und Bonitätsbedingungen transparent und aktuell gemeinsam veröffentlicht werden.
Warum alte Anbieterlisten problematisch sind
Spezialseiten nennen teilweise konkrete Anbieter und Kautionsbeträge. Solche Informationen können schon wenige Monate später überholt sein.
Ein Anbieter kann einen Tarif einstellen, das Liefergebiet ändern oder die Kaution nur noch in bestimmten Konstellationen verlangen.
Nutze aktuelle Tarifdaten statt historischer Listen
Einige Stromvergleichsportale enthalten weiterhin Filter für Tarife mit Kaution oder führen das Merkmal grundsätzlich in ihren Tarifdaten. Gleichzeitig blenden verbraucherorientierte Standardempfehlungen solche Angebote häufig aus.
Wenn Du gezielt einen Kautionstarif suchst, musst Du deshalb möglicherweise die erweiterten Filter beziehungsweise vollständigen Tarifdaten prüfen.
Ein Anbietername allein sagt wenig aus
Derselbe Stromanbieter kann mehrere Tarife mit unterschiedlichen Vertragsbedingungen anbieten. Selbst wenn ein Unternehmen grundsätzlich Sicherheitsleistungen akzeptiert, muss das nicht für jeden Tarif und jeden Kunden gelten.
Diese Punkte solltest Du bei einem aktuellen Angebot verifizieren
- Ist der Tarif an Deiner Lieferadresse verfügbar?
- Wie hoch ist die Kaution konkret?
- Warum wird die Sicherheitsleistung verlangt?
- Wann wird sie zurückgezahlt?
- Wie wird sie bei offenen Forderungen behandelt?
- Findet zusätzlich eine Bonitätsprüfung statt?
- Wie hoch sind Arbeitspreis und Grundpreis?
- Welche Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist gelten?
Worauf solltest Du bei einem Kautionstarif achten?
Ein Stromtarif mit Kaution sollte wie jeder andere Vertrag anhand seiner Gesamtkosten und Vertragsbedingungen geprüft werden. Hinzu kommt die Frage, was mit Deinem Sicherheitsbetrag während und nach der Vertragslaufzeit passiert.
Wie hoch ist die Kaution?
Schau auf den absoluten Eurobetrag und setze ihn ins Verhältnis zu Deinem monatlich verfügbaren Budget. Eine Sicherheitsleistung kann später zurückkommen und trotzdem heute finanziell schwer tragbar sein.
Wann bekommst Du das Geld zurück?
Die Rückzahlungsbedingungen sollten verständlich formuliert sein. Prüfe, ob bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen und ob eine Verrechnung mit offenen Forderungen vorgesehen ist.
Wie werden offene Forderungen behandelt?
Eine Sicherheitsleistung erfüllt gerade den Zweck, bestimmte Zahlungsrisiken abzusichern. Deshalb solltest Du wissen, wann der Anbieter darauf zugreifen darf und wie er Dich darüber informiert.
Wie hoch sind Arbeitspreis und Grundpreis?
Die Kaution darf den Blick auf den eigentlichen Strompreis nicht verdecken. Berechne die erwarteten Jahreskosten aus Arbeitspreis, Verbrauch und Grundpreis.
Wie flexibel ist der Vertrag?
Prüfe Mindestvertragslaufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist. Ein Tarif kann bei der Annahme entgegenkommend sein und trotzdem langfristig unattraktive Vertragsbedingungen haben.
Wie sind Preisgarantie und Bonus geregelt?
Ein Bonus kann die Kosten im ersten Jahr senken. Eine Preisgarantie kann bestimmte Preisbestandteile absichern. Beide Punkte solltest Du nur zusammen mit den genauen Bedingungen bewerten.
Welche Alternativen gibt es zur Kaution?
Eine Kaution ist nur eine mögliche Lösung bei eingeschränkter Bonität. Je nach Ausgangslage kann ein anderer Vertragsweg finanziell einfacher sein.
Ein Sondertarif ohne Sicherheitsleistung
Eine Ablehnung bei einem Anbieter bedeutet nicht, dass jeder andere Stromanbieter gleich entscheidet. Andere Annahmekriterien können zu einem anderen Ergebnis führen.
Die verschiedenen Möglichkeiten findest Du auf unserer Übersicht Stromanbieter trotz Schufa.
Strom mit Vorkasse
Bei Vorkasse bezahlst Du zukünftige Stromkosten früher. Das kann ebenfalls bei eingeschränkter Bonität relevant sein, bindet Dein Geld aber auf eine andere Weise als eine Kaution.
Die Unterschiede erklären wir ausführlich unter Stromanbieter mit Vorkasse.
Grundversorgung trotz negativer Schufa
Kommt kein geeigneter Sondervertrag zustande, kann die gesetzliche Grundversorgung die Stromversorgung sichern. Ein negativer Schufa-Eintrag verhindert die Grundversorgung grundsätzlich nicht. Die gesetzlichen Grenzen der Versorgungspflicht müssen trotzdem beachtet werden.
Mehr dazu findest Du unter Grundversorgung trotz Schufa.
Prepaid-Strom
Bei einem Prepaid- oder Guthabenmodell wird die Stromnutzung an zuvor vorhandenes Guthaben gekoppelt. Das Modell ist nicht überall verfügbar und kann besondere technische Voraussetzungen haben.
Mehr dazu findest Du unter Prepaid-Stromtarife und Stromzähler.
Wann kann ein Stromtarif mit Kaution sinnvoll sein?
Ein Kautionstarif kann sinnvoll sein, wenn er Dir einen passenden Sondervertrag ermöglicht und die Sicherheitsleistung für Dein Budget tragbar bleibt.
Ob das tatsächlich der beste Weg ist, zeigt erst der Vergleich mit Grundversorgung, Vorkasse und normalen Sondertarifen.
Wenn dadurch ein passender Sondertarif erreichbar wird
Kannst Du ohne Sicherheitsleistung keinen geeigneten Vertrag abschließen und bietet ein Versorger einen wirtschaftlich interessanten Kautionstarif an, kann die Kaution einen realen Nutzen haben.
Wenn die Kapitalbindung für Dich tragbar bleibt
Die Kaution sollte Dein Haushaltsbudget nicht so stark belasten, dass anschließend laufende Abschläge oder andere notwendige Ausgaben gefährdet sind.
Wenn Rückzahlung und Verrechnung klar geregelt sind
Je klarer der Vertrag beschreibt, wann Du Dein Geld zurückbekommst und wann der Anbieter auf die Sicherheit zugreifen darf, desto besser lässt sich das finanzielle Risiko einschätzen.
Wann solltest Du genauer hinschauen?
Eine hohe Kaution, ein nur geringer Preisvorteil, unklare Rückzahlungsbedingungen oder eine lange Vertragsbindung sind Gründe für eine besonders gründliche Prüfung.
Wenn ein vergleichbarer Tarif ohne Kaution verfügbar ist, hast Du dort einen unmittelbaren Liquiditätsvorteil.
Fazit: Eine Kaution kann den Vertragsabschluss erleichtern, bindet aber Dein Geld
Ein Stromanbieter mit Kaution kann bei eingeschränkter Bonität eine zusätzliche Vertragsmöglichkeit eröffnen. Eine Sicherheitsleistung reduziert das Risiko des Versorgers, garantiert aber keinen Vertragsabschluss.
Besonders wichtig sind Höhe, Rückzahlungsbedingungen und Vertragsart. In der Grundversorgung ist die Sicherheitsleistung gesetzlich geregelt. Dort muss sie angemessen sein, Barsicherheiten werden verzinst und die Sicherheit muss zurückgegeben werden, sobald die Voraussetzungen dafür entfallen.
Bei einem Sondertarif solltest Du noch genauer in die Vertragsbedingungen schauen. Vergleiche die Kaution mit dem tatsächlichen Preisvorteil und prüfe, wie viel Geld dadurch gebunden wird. Eine aktuelle, verifizierte Tarifinformation ist dabei mehr wert als eine alte Liste angeblicher Kautionsanbieter.
Häufige Fragen zu Stromanbietern mit Kaution
Kann ich trotz negativer Schufa einen Stromanbieter mit Kaution finden?
Das kann möglich sein. Eine Kaution reduziert das finanzielle Risiko des Anbieters und kann dadurch eine zusätzliche Vertragsoption schaffen. Sie garantiert aber keine Annahme. Der jeweilige Anbieter kann weiterhin eigene Bonitäts- und Tarifkriterien anwenden.
Wie hoch darf eine Kaution beim Stromanbieter sein?
Eine allgemeine feste Eurogrenze für alle Stromtarife gibt es nicht. In der Grundversorgung verlangt § 15 StromGVV eine angemessene Sicherheitsleistung. Bei Sondertarifen hängt die konkrete Höhe von den Vertragsbedingungen und deren rechtlicher Zulässigkeit ab.
Wann bekomme ich die Kaution zurück?
In der Grundversorgung muss die Sicherheit unverzüglich zurückgegeben werden, sobald keine Vorauszahlung mehr verlangt werden kann. Bei Sondertarifen solltest Du die konkreten Rückzahlungs- und Verrechnungsregeln im Vertrag prüfen.
Wird eine Stromkaution verzinst?
Eine Barsicherheit in der Grundversorgung wird nach § 15 StromGVV zum jeweiligen Basiszinssatz nach § 247 BGB verzinst. Für Sonderverträge lässt sich daraus keine pauschale Aussage für jeden Tarif ableiten.
Was ist besser: Kaution oder Vorkasse?
Das hängt vom konkreten Vertrag ab. Bei einer Kaution bleibt Geld als Sicherheit gebunden. Bei Vorkasse bezahlst Du zukünftige Stromkosten vorab. Vergleiche Höhe der Vorleistung, Vertragskosten, Rückzahlungsregeln und Insolvenzrisiko.
Was passiert mit meiner Kaution bei einer Insolvenz des Stromanbieters?
Dein Rückzahlungsanspruch kann bei einer Anbieterinsolvenz Teil des Insolvenzverfahrens werden. Die laufende Stromversorgung wird davon getrennt betrachtet und kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen über die Ersatzversorgung aufgefangen werden.